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Kleinkind macht friedlich Mittagsschlaf

Wie lange sollten Kinder mittags schlafen?

Es gibt unzählige Ratgeber zum Thema Mittagsschlaf für Kinder. Die meisten drehen sich um den Nachtschlaf. Zur Länge des Mittagsschlafes beziehungsweise zur Frage, bis zu welchem Alter Kinder mittags schlafen sollten, gehen die Empfehlungen allerdings sehr weit auseinander. Erzieher, Eltern, Großeltern – sie alle haben dazu eine Meinung. Aber gibt es hier wirklich ein „Richtig“ oder „Falsch“?

Länge des Mittagsschlafes nach Lebensabschnitten

Sobald Ihr Baby damit anfängt, einen Tag-Nacht-Rhythmus zu entwickeln, pegelt sich auch irgendwann rund um die Mittagszeit eine müde Phase ein. Da jedes Kind anders ist, variiert die Länge und der Zeitpunkt des Mittagsschlafes erheblich. Die meisten Babys schlafen mittags zwischen einer und drei Stunden. Mit zunehmendem Alter nimmt der Schlafbedarf ab. Von anfangs noch rund 17 Stunden (von der Geburt bis zum dritten Lebensmonat) auf immerhin nur noch rund 14 Stunden rund um den ersten Geburtstag herum. Ab dem 18. Lebensmonat halten noch ganze 96 % der Kinder einen Tagesschlaf. Die Dauer dieses Schläfchens nimmt im Kleinkindalter tendenziell ab. Im Alter von drei Jahren schlafen nur noch rund die Hälfte aller Kinder am Mittag. Irgendwann in der Spanne vom dritten bis zum fünften Lebensjahr endet der regelmäßige Mittagschlaf im Durchschnitt.

Beeinflusst der Mittagsschlaf die kindliche Entwicklung?

Schlafen ist gesund – das weiß jeder. Vor allem Babys und Kleinkinder brauchen viel Schlaf, um das am Tag Erlebte zu verarbeiten und Gelerntes zu verinnerlichen. Viele Studien belegen, dass sich der Schlaf am Tag (ob Mittagsschläfchen oder eine Ruhepause zu anderen Zeitpunkten) positiv auf die gesunde Entwicklung des Körpers, aber auch auf das Verhalten auswirkt, vor allem auf die Aufmerksamkeit des Kindes. Generell gilt: Achten Sie als Eltern auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Aktivität (spielen, lernen, toben) und Ruhe. Von der Geburt bis zum ersten Lebensjahr und auch noch im Kindergartenalter empfehlen die meisten Experten eine Pause am Tag.

Mittagsschlaf mit oder ohne Mama und Papa?

Das wird weltweit sehr unterschiedlich gehandhabt. In der Tat schlafen in den meisten Kulturen mehrere Familienmitglieder in einem Bett – egal ob nun am Tag oder in der Nacht. In unserer westlichen Welt hat sich ein anderes Modell durchgesetzt. Hier wird der Schlaf schon früh zur Privatsache. Egal, wie Sie es aktuell handhaben, fragen Sie sich kritisch, ob Ihr Modell allen Beteiligten in der Familie gerecht wird. Ein Beispiel: Gerade am Wochenende haben Mama und Papa oft mehr Lust auf ein kleines Nickerchen als der Spross. Gerne kuscheln sich Eltern und Kind(er) dann gemeinsam ins „große Bett“. Wie förderlich das für den Schlaf des Einzelnen ist, ist umstritten 😉 Unser Tipp: Wenn es gemeinsam nicht klappt oder Sie das nicht möchten, versuchen Sie konsequent zu bleiben und lassen Sie Ihr Kind auch mittags im eigenen Bettchen schlafen. Schon die Kleinsten verstehen manchmal mehr, als man ihnen zutraut: Bleiben Sie am besten ruhig und souverän und erklären Sie dem Kind ehrlich, warum es nicht im „großen Bett“ schlafen soll. Haben Sie einmal nachgegeben, ist der Schritt zurück unter Umständen sehr schwer. Bei Babys raten wir: Ab in die Wiege oder ins Beistellbettchen. Auf der Matratze der Eltern und in dicke Decken gekuschelt kann es schnell eng, zu warm und damit richtig gefährlich für Ihr Baby werden. Wenn Sie dennoch mit Ihrem Baby in einem Bett schlafen möchten (Experten nennen dieses Modell auch „Familienbett“), achten Sie darauf, dass die Matratze möglichst frei von schweren Kissen, Decken oder Kuscheltieren bleibt.

Anzeichen für Schlafmangel am Tag

Als Eltern merken Sie recht schnell, ob Ihr Kind tagsüber mehr schlafen sollte. Quengelt es gegen Nachmittag schneller, nimmt die Konzentration ab und es kommt leichter zu Wutausbrüchen oder Tränen, könnte dies ein Hinweis darauf sein. Auch Ungeduld, sinkendes Interesse am Spielen oder spontane Nickerchen zwischendurch sind unter Umständen Anzeichen dafür, dass der kleine Körper die Auszeit an Tag noch braucht. Betrachten Sie das Thema Mittagsschlaf auch immer in Kombination mit dem Nachtschlaf. Ist Ihr Kind abends nicht müde, braucht extrem lange, um einzuschlafen oder schläft nachts oft nicht durch, kann es sein, dass es tagsüber zu viel schläft. Lässt es sich dazu am Mittag nur schwer hinlegen und kommt nicht in den Schlaf, ist es vielleicht einfach an der Zeit, den Mittagsschlaf wegzulassen.

Was sagen Kritiker zum Mittagsschlaf?

Leider sind wir in unserem Kulturkreis fest an bestimmte Abläufe und Normen gebunden. Schon im Kindergarten bestimmt fremdes Personal, wie lange die Kleinen schlafen sollen beziehungsweise müssen. Individuelle Unterschiede spielen da kaum eine Rolle. Kinder, die früh keinen Mittagsschlaf mehr benötigen, werden diese tägliche Zwangspause als lang und unangenehm empfinden. Manche Kinder ängstigen sich sogar davor, weil strenge Erzieher die „Störer“ tadeln und vielleicht sogar strafen. Dann kann von einer gesunden Pause keine Rede mehr sein. In unserer Lebens- und Arbeitswelt gibt es glücklicherweise schon einige alternative Modelle der Tagesgestaltung und der Einteilung des Arbeitstages. Gleitzeitmodelle, verlängerte Mittagspausen, Homeoffice – in der Welt der Erwachsenen beginnt hier ein Umdenken. Für Eltern, die auch ihrem Kind eine solche Alternative bieten möchten, ist vielleicht eine Tagesmutter oder die zeitweise Unterbringung bei der Oma eine gute Idee.

Alternativen zum Mittagsschlaf

Natürlich lieben Eltern die kleine Auszeit am Mittag, weil sie dann entweder selbst ruhen oder Wichtiges erledigen können. Viele Eltern halten deshalb solange wie möglich am Mittagsschlaf fest. Aber nicht jedes Kind benötigt den Tagesschlaf so lange, wie es die Eltern gerne hätten. Wenn Sie als Eltern merken, dass es mit dem Schläfchen am Tag nicht mehr so recht klappen will, erzwingen Sie es nicht. Kinder brauchen zwar genauso wie Erwachsende Pausenzeiten am Tag, aber anstatt das Kind ins Bett zu verbannen und die Vorhänge zu schließen, überlegen Sie sich lieber eine Alternative, die der ganzen Familie gerecht wird. Schlagen Sie Ihrem Kind zum Beispiel vor, sich für eine halbe Stunde aufs Sofa oder auch ins Bett zu kuscheln und ein Märchen zu hören, Bücher anzusehen oder zu puzzlen. Überlegen Sie sich gemeinsam ruhige Aktivitäten, die den Körper Ihres Kindes entspannen und es für eine Weile vom üblichen Alltagstrubel abschalten lassen. Damit kommen Sie einem Mittagsschlaf zumindest nahe und können in dieser Zeit das ein oder andere erledigen.

Bildquelle: © ia_64/iStock

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