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Warum träumen Menschen?

Die Mutter schüttelt‘s Bäumelein… Warum träumen wir eigentlich?

Nicht unser ganzer Körper ruht, wenn wir schlafen. Unser Gehirn arbeitet auch in der Nacht auf Hochtouren und produziert Bilder, Gedanken oder Geräusche, die sich für uns positiv oder negativ anfühlen können, an die wir uns am nächsten Morgen erinnern oder nicht, die uns mit einem guten Gefühl erwachen lassen oder manchmal sogar mit Schrecken. Aber woher kommen unsere Träume und warum ist träumen so wichtig für uns Menschen?

Warum träumen wir?

Die Traumforschung ist sich über das Warum noch nicht einig. Keine der Theorien über die Ursache des Träumens lässt sich eindeutig beweisen, obwohl die wichtigste Antwort auf die Frage, warum wir träumen, längst gefunden scheint: Es geht im Wesentlichen darum, Erlebtes zu verarbeiten.

Unser Gehirn ruft in uns all die Bilder, Gedanken, Worte und Gefühle auf, weil es verarbeiten und einordnen muss, was wir tagsüber alles erlebt haben, was uns belastet oder gerade umtreibt. Denn das ist ziemlich viel. Millionen von Reizen prasseln täglich auf uns ein und unser Hirn muss all das blitzschnell einordnen und bewerten. Merken oder vergessen? Wichtig oder unwichtig? Kenn‘ ich schon, ist mir neu…

In der Nacht sind äußere Reize weitgehend ausgeblendet. Unser Gehirn bekommt endlich die nötige Ruhe, um sich nach all dem Tagestrubel zu sortieren. Und dabei leistet es eine ganze Menge. Beim Träumen ist unser Hirn ähnlich aktiv wie im Wachzustand.

Was sind Träume eigentlich genau?

Träumen ist nach Definition eine psychische Aktivität während des Schlafens. Jeder Mensch träumt und das in jeder Schlafphase (nicht nur ausschließlich während der REM-Phase, wie bis vor Kurzem noch angenommen).

Obwohl wir definieren können, was Träumen ist, bringt uns diese ganz besondere Form menschlichen Erlebens doch immer wieder zum Staunen darüber, was tief verborgen so alles in uns steckt. Mal wird es in der Nacht in lebhafte Bilder gegossen, mal äußert es sich eher gedanklich abstrakt. Manche Menschen träumen wilde Geschichten voller bunter Farben, Gesichter, Gerüche oder Geräusche, andere wiederum eruieren gedanklich ein Problem und nehmen ihr Umfeld im Traum nur schemenhaft wahr.

Träume können intensive Gefühle hervorrufen oder sogar Ansätze für Problemlösungen liefern. Sie helfen, Gelerntes zu verinnerlichen (sogar aktiv im Schlaf zu lernen) oder tief vergrabene Erinnerungen wach rufen – zum Beispiel, wenn wir von einem Verstorbenen träumen.

Warum erinnern wir uns nicht an Träume?

Es ist kurios: Nach dem Erwachen können wir uns häufig gar nicht oder nur teilweise an das Geträumte erinnern. Manche Menschen sind sogar fest davon überzeugt, überhaupt nichts zu träumen. Und noch eine zweite Tatsache kommt uns spanisch vor. Wir erinnern uns fast ausschließlich an die Träume, die wir kurz vor dem Aufwachen hatten, nicht aber an die, die wir mitten in der Nacht hatten

Warum ist das so?

Antworten gibt der bekannte Schlafforscher Jürgen Zulley aus Regensburg. Er sagt, das habe vor allem mit der Verteilung und Länge der Schlafphasen (REM-Phasen und nonREM-Phasen) zu tun.

Gegen morgen werden die REM-Phasen, in denen wir am intensivsten träumen, immer länger. Folglich erwachen wir meistens mitten in einer aktiven Traumphase auf. Das gerade Geträumte ist im Gehirn noch sehr präsent und die Chance hoch, dass wir uns erinnern.

Werden wir aber geweckt, wenn wir uns gerade in einer Tiefschlafphase (nonREM-Phase, weniger intensive und eher gedankliche als bildhafte Traumaktivität) befinden, liegt der letzte lebhaftere Traum schon zu lange zurück und wir erinnern uns nicht mehr daran.

Wie lange träumen wir?

In Experimenten kamen Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die subjektiv empfundene Traumzeit in etwa mit der objektiv verstrichenen Zeit übereinstimmt. Wir träumen also sehr wahrscheinlich genauso lange, wie es uns im Schlaf vorkommt.

Nur sehr wirre und zusammenhanglose Träume, in denen wir von Ereignis zu Ereignis springen, sind meist kürzer, als wir es empfinden.

Einen sehr interessanten Ansatz dazu haben Forscher der Uni Heidelberg geliefert. In einem Experiment mit Klarträumern sollten einige Teilnehmer bis 25 zählen, andere ein paar Kniebeugen machen. Das Ergebnis: Beim Zählen waren die Testpersonen fast genauso schnell wie im Wachzustand, die „Sportgruppe“ brauchte erheblich länger.

Das mag an unserer begrenzten Bewegungsfreiheit im Schlaf liegen (entspannte Muskeln, träge Extremitäten), auf jeden Fall aber zeigt es, dass wir im Traum wohl eher mental als körperlich stark sind.

Haben wir mehr gute oder mehr schlechte Träume?

Aua! Mehr als zwei Drittel unserer nächtlichen Träume, sagen Wissenschaftler, sind emotional negativ getönt. Unschöne Gefühle wie Angst, Wut und Hoffnungslosigkeit suchen uns im Schlaf leider öfter auf als Wonne und Glück.

Wenn man über die Ursache des Träumens nachdenkt – kein Wunder. Gehen wir davon aus, dass „träumen“ „bewältigen“ bedeutet, haben wir es eben in einem Großteil der Fälle mit Nüssen zu tun, die etwas härter zu knacken sind. So wie das wahre Leben ist wohl auch das Träumen kein Ponyhof.

Warum träumen wir immer wieder das Gleiche?

Verfolgt werden, halb nackt auf der Straße herumlaufen, viel zu spät zum Termin kommen – das sind die Klassiker der wiederkehrenden Träume. Manchmal verfolgen sie uns über Jahre in regelmäßigen Abständen, in einigen Fällen ist es sogar immer wieder exakt der gleiche Traum. Spitzenreiter sind übrigens laut Forschung der Verfolgungstraum und der Prüfungstraum.

Wieso uns ganz bestimmte Trauminhalte immer wieder verfolgen, darüber können wir nur spekulieren. Wahrscheinlich geht es dabei um den Versuch, ungelöste Konflikte, Traumata oder Ängste zu bewältigen

Da ist etwas in unserem Leben, was wir immer wieder vermeiden, nicht verstehen oder vor dem wir große Angst haben. In unseren Träumen begegnet es uns immer wieder, um uns aufzufordern, es endlich anzugehen. Wer über seine Wiederholungsträume nachdenkt, findet ganz sicher seine ganz persönliche Interpretation – kann sich einen Reim darauf machen, warum ihm dieses und jenes immer wieder im Schlaf begegnet. Besonders häufig kommt dieser Traumtyp unter anderem bei Angstpatienten oder Menschen mit posttraumatischen Belastungsstörungen vor.

Nehmen die Träume mit zunehmendem Alter ab?

Höchstwahrscheinlich nicht. Zumindest sprechen aktuelle Forschungsergebnisse dagegen. Geben viele ältere Menschen an, weniger zu träumen als früher, liegt das wohl eher an einer nachlassenden Gedächtnisleistung. Ältere Menschen träumen genauso viel wie jüngere Menschen und auch die Inhalte der Träume ähneln sich und sie beziehen sich meist auf den aktuellen Lebensalltag (nicht auf Vergangenes, wie viele meinen). Interessant ist allerdings, dass ältere Menschen weniger negative Träume haben als junge Menschen.

Bildquelle: © Konstantin Yuganov/fotolia.com

Ein Kommentar zu “Die Mutter schüttelt‘s Bäumelein… Warum träumen wir eigentlich?

    […] Jeder Mensch träumt. Warum aber ganz bestimmte Traummotive bei fast allen Menschen auftreten, darüber können wir nur mutmaßen: Wir wissen, typische Träume sind meistens negativer Natur (Prüfungstraum, Falltraum, Nackttraum, Verfolgungstraum, Todestraum). Sie beschäftigen sich mit tief verborgenen menschlichen Grundängsten wie Versagen oder Verlust. Im Traum werden sie in Situationen übersetzt, die die betreffende Grundangst im realen Leben garantiert bei uns auslösen würden. […]

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