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Welchen Anteil hat der Vollmond an Schlafstörungen

Vollmond und Schlafstörungen gibt es einen Zusammenhang?

Vollmond und Schlafstörungen! Der Vollmond, für den Einen zieht er edel und überlegen seine Bahn, den Anderen stört er nur beim Schlafen.

Heute klären wir was ist dran am Einfluss des Mondes auf unseren Schlaf.

Seit Jahrhunderten glauben die Menschen an einen Einfluss des Mondes und schwören auf einen Zusammenhang zwischen Vollmond und Schlafstörungen. Tatsächlich ist der Einfluss des Mondes in der Natur auch zu beobachten: Der Mond bestimmt schließlich, wann Ebbe und wann Flut ist.

Ob er aber auch auf Tiere einen Einfluss hat, ist in der Forschung umstritten; den Wolf jedenfalls, der den Mond anheult, können wir definitiv in die Fabelwelt abschieben.

Wie steht es aber um den Menschen? Schlafen und träumen wir bei Vollmond tatsächlich anders? Und kann der Mond auch Einfluss auf das Erlebte im Traum haben?

Was die Wissenschaft zum Einfluss der Mondphasen auf Schlafstörungen sagt

Fakt ist: Viele Menschen schlafen bei Vollmond schlecht, werden gar richtig aggressiv, denn der Vollmond kann uns wirklich wahnsinnig machen. Nicht umsonst heißt ein Wahnsinniger auf Englisch auch „lunatic“ (von lat. luna – der Mond).

Interessanterweise konnte die Forschung aber auch keine erhöhte Kriminalität in Vollmondnächten nachweisen.

Aber natürlich ist das Thema Mond ein Dauerbrenner in der chronobiologischen und psychologischen Forschung und leider sind die jeweiligen Ergebnisse auch nicht eindeutig.

Und trotzdem hält sich der Volksglaube, dass der Mond unseren Schlaf beeinflusst wacker.

Obwohl wir seit über hundert Jahren in Zeiten des Wissenschaftsoptimismus leben, das heißt, wir glauben eigentlich alles, was die Wissenschaft einmal herausgefunden hat. Das nur vorweg, denn Schlafen und Träumen ist ein sehr individueller Vorgang und gefühlte Wahrheiten lassen sich leider nicht objektivieren. Also gut, was sagen wissenschaftliche Studien in Bezug auf Schlaf, Schlafstörungen und Traumerinnerung bei Vollmond?

Der ultimative Beweis?

Der Basler Chronobiologe Christian Cajochen wertete mit seinem Team im Sommer 2013 ältere Daten aus einer Studie über Schlaf-Wach-Rhythmen neu aus: Er schaute sie sich noch einmal in Bezug auf den Mythos des schlechten Schlafes in Vollmondnächten an.

Der Vorteil lag aus wissenschaftlicher Sicht ganz klar auf der Hand: Die damaligen Probanden wurden wegen eines ganz anderen Schlafthemas untersucht, waren also völlig neutral. Hätten sie gewusst, dass es auch um die Mondphasen gehen würde, hätten sie mit Sicherheit in den Vollmond-Nächten auch anders, wahrscheinlich schlechter geschlafen.

Dies war aber nicht der Fall, sodass sich Cajochen ganz auf die Neutralität der Daten verlassen konnte. Und was kam heraus?

Tatsächlich konnte er Effekte des Mondes nachweisen, und zwar allein daran, wie die Probanden bei Vollmond eingeschlafen sind: In der Regel haben sie nämlich fünf Minuten länger gebraucht.

Und was den Forscher und sein Team auch überrascht hat: In Vollmondnächten haben die Probanden 20 Minuten kürzer geschlafen, die Tiefschlafphasen waren um ein Drittel kürzer und der Melatonin-Spiegel war verringert; normalerweise steigt die Konzentration dieses Hormons in der Nacht an.

Jedoch war die Anzahl der Probanden hier recht gering und das rief das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München auf den Plan:

Die Gegenstudie: Der Mond hat keinen Einfluss

Das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München hat eine weitaus umfassendere Datenrecherche in bereits vorhandenen Forschungsprojekten angestellt, um eine verlässlichere Studie zu diesem Thema zu erstellen. „Nachdem wir diese große Anzahl von Daten ausgewertet hatten, konnten wir frühere Ergebnisse aus anderen Studien nicht bestätigen“, berichtet Martin Dresler, Neurowissenschaftler an jenem Institut (Quelle: https://www.mpg.de/8271794/schlaf_vollmond).

Es wurden hierfür die Daten von knapp 1300 Probanden in gut 2000 Schlafnächten zusammengetragen und die wissenschaftlichen Methoden des Schlaf-EEG angewandt.

Der Zusammenhang von Mondphase, nächtlichem Aufwachen und einer anderen Erinnerung an den Traum konnte vorerst also im Keim erstickt werden.

Dresler ist im Übrigen der Ansicht, dass hierfür eine genau auf den Zweck abgestimmte Experimentenreihe notwendig wäre; hier würde aber wieder die Gefahr des Placebo-Effektes bestehen, vor allem angesichts der kulturhistorischen Aufladung dieses Themas und des Faktes: Viele schlafen bei Vollmond einfach anders, haben schlecht geträumt, erinnern sich an den gesamten Ablauf der Nacht inklusive aller Träume und wachen morgens zerknirscht auf, ob das die Wissenschaft nun mit Prozentangaben untermauern kann oder nicht.

Einfluss der Mondphasen versus Einfluss der Einbildung

Wir haben gesehen: Wissenschaftler können also noch nicht richtig weiterhelfen, weil sie sich auch angesichts ihrer Forschungsmethoden noch uneinig sind.

So oder so sind aber die Ergebnisse von Cajochen definitiv nicht von der Hand zu weisen. Und wenn wir schon Tage vorher mit Unmut an die bevorstehende Vollmond-Nacht denken, dann tritt eben dieser Placebo-Effekt ein und wir schlafen tatsächlich schlechter. Einfach, weil wir fest damit rechnen, dass wir das tun würden.

Allein das Wissen um einen Sachverhalt führt oft dazu, dass er auch eintritt. Und der jahrhundertelange Glaube an die Wirkung des Mondes lässt sich nicht einfach ausradieren. Aber wenn Sie sich gern von wissenschaftlichen Ergebnissen überzeugen lassen, ist es im Sinne eines guten Schlafes auch vielleicht gar nicht so übel, dass die Forscher des Max-Planck-Instituts aus München schon einmal keinerlei Zusammenhang sehen? Vielleicht beruhigen Sie diese Ergebnisse so, dass Sie fortan auch bei Vollmond ruhiger schlafen.

Wie stark die Einbildung wirkt, wäre zumindest auch einmal ein interessanter Forschungsgegenstand.

Fazit: Wer hat nun wirklich Einfluss auf unseren Schlaf?

Was sich rein faktisch und ganz definitiv auf den Schlaf auswirkt, das sind so manche Lebensumstände: Der Tagesablauf, die Ernährung, der Gebrauch des Handys vorm Schlafen, Außenlärm, Außentemperatur, Licht im Zimmer, Wetter (Hochdruck-Tiefdrucklage, Gewitter, Wind, Hitze und Sonnenstand), schlechtes Essen am Vortag, Lärm im Zimmer, Gedankenkarussells und eindringliche Bilder aus dem Alltag, Probleme an der Arbeit, unregelmäßige Arbeitszeiten, Krankheit und Schmerzen, Ihre Träume …

Wenn Sie also zu einem schlechten Schlaf neigen, dann schauen Sie nicht unbedingt voller Sorge auf den Mondkalender, sondern prüfen Sie diese ganzen Umstände und sorgen Sie für eine bessere Schlafhygiene. Wenn Sie ein Mensch sind, der von seinen Träumen geplagt wird (sodass der schlechte Schlaf zum Beispiel nicht unbedingt an den äußeren Umständen liegt), dann führen Sie vielleicht einmal ein Traumtagebuch, so setzen Sie sich aktiv mit dem Thema auseinander und allein das kann schon helfen. Nebenbei erlangen Sie mit diesem Verfahren vielleicht auch interessante Aufschlüsse?

So oder so: Wir wünschen Ihnen stets schöne Vollmond-Nächte. Denn trotz aller biologischen und vielleicht ungünstigen Funktionen und Wirkungsweisen des Mondes: Er strahlt ja auch eine magische, im sprichwörtlichen Sinne überirdische Schönheit aus.

Und wenn Sie diese nicht schätzen können und nicht gut schlafen können, dann machen Sie trotzdem das Beste daraus und lesen Sie ein schönes Buch oder hören Sie sich schöne Musik an. Vollmond ist nur einmal im Monat und: Wann machen wir das denn schon sonst noch?

Bildnachweis: ©michelangeloop/iStock

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