Schlafparalyse – Ursachen, Gefahren und Behandlung

Sind sie schon einmal aufgewacht und waren komplett Bewegungsunfähig beim Aufwachen? Dann litten Sie wahrscheinlich unter einer bewusst erlebten Schlafparalyse bzw. Schlaflähmung oder auch Schlafstarre. Dieses Phänomen kann entweder kurz vor dem Einschlafen oder nach dem Aufwachen auftreten.

Normalerweise kommt das nur sehr selten vor und die Schlafparalyse ist kein ernstes Problem. Erleben Sie das häufig bzw. regelmäßig, dann kann die erlebte Schlaflähmung aber auch zur Schlafstörung werden.

Bevor wir uns der Schlafparalyse als Schlafstörung widmen möchten wir Sie allerdings beruhigen. Die Lähmung währende des Schlafens ist ein ganz normaler Vorgang. Während wir schlafen sorgt unser Gehirn dafür, dass die Skelettmuskulatur gelähmt wird um uns davor zu schützen geträumten Bewegungen wirklich auszuführen. Diese “normale” Bewegungsunfähigkeit ist auch als REM-Atonie bekannt.

Normalerweise verschwindet diese Lähmung sofort nach dem Aufwachen und man nimmt sie nicht wahr. Wenn das nicht der Fall ist und die Bewegungsunfähigkeit auch nach dem Aufwachen bleibt spricht man von der erlebten Schlafparalyse.

Die Schlafparalyse als Schlafstörung

Erlebt man die REM-Atonie bewusst ist das für viele eine albtraumartige Erfahrung und gilt als Schlafstörung.

Diese Erfahrung ist für manche Menschen so einschneidend, dass sie das Gefühl mit Dämonen oder Geistern verbinden. Aber keine Angst eine Schlafstarre steht unseres Wissens nach nicht mit Dämonen oder Geistern in Zusammenhang. Daher endet die Bewegungsunfähigkeit spätestens nach zwei Minuten automatisch, selbst wenn Sie nicht zu Gott beten.

Die bewusst erlebte Schlaflähmung kann sowohl beim Einschlafen als auch beim Aufwachen auftreten. Vereinfacht gesagt wird bei der erlebten Schlafparalyse die aus der REM-Phase typische Muskellähmung auf die benachbarte Wachphase ausgedehnt.

Interessant ist auch, dass Sie selbst die Lähmung als Verkrampfung des ganzen Körpers bzw. Schlafstarre wahrnehmen ein Beobachter aber keine Starre feststellen würde. Vielmehr würde er Ihre Muskulatur als schlaff und nicht als starr, verkrampft oder steif empfinden.

Tritt die Schlafparalyse über einen längeren Zeitraum immer wieder auf spricht man von einer “recurrent isolated sleep paralyis (RISP)”. Neben der reinen Muskellähmung erleben rund ein Drittel der Betroffenen als Begleiterscheinung auch Halluzinationen.

Symptome der Schlaflähmung

An dieser Stelle können wir Sie aber beruhigen, auch die erlebte Schlafstarre ist im Allgemeinen ungefährlich.

Das ändert natürlich nichts daran, dass sie von den Betroffenen als sehr unangenehm wahrgenommen wird. Die Symptome sind vielfältig, vom Gefühl des Erstickens, über einem großen Druck auf den Brustkorb bis hin zu optischen, gefühlten und gehörten Halluzinationen.

Die Halluzinationen sind mit großer Wahrscheinlichkeit der Grund warum einige Betroffene die Schlafparalyse als spirituelles Phänomen wahrnehmen und mit Geistern in Verbindung bringen.

Wie häufig kommt eine Schlafparalyse vor?

Laut einer Studie erleben nur etwa 7,6% der Gesamtbevölkerung eine Schlaflähmung. Unter Studenten ist die Zahl mit 28,3% schon deutlich höher und mit 31,9% ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schlafparalyse unter Psychiatrie-Patienten besonders hoch. Frauen scheinen ein wenig stärker betroffen zu sein als Männer. Zur Altersabhängigkeit der Schlafstarre gibt es bisher keine signifikanten Ergebnisse auf Grund mangelnder Daten.

Meistverbreitet scheint die erlebte REM-Atonie als Störung unter Narkoleptikern aufzutreten. 40-50% aller Narkolepsie Patienten sollen unter der erlebten Schlafparalyse als ein Symptom ihrer Krankheit leiden.

Auch scheint es so, dass die Schlafparalyse vererblich ist. Studien mit eineiigen Zwillingen kamen zu dem Ergebnis, dass wenn ein Zwilling betroffen ist, der/ die andere mit einer signifikant erhöhten Wahrscheinlichkeit auch von der erlebten Schlaflähmung betroffen ist.

Tipps zur Behandlung der Schlafparalyse

Der erste Schritt zur Behandlung der Schlafparalyse ist die Aufklärung. Die Erkenntnis, dass die Lähmung der Skelettmuskulatur beim Schlafen in der REM-Phase ein ganz normaler Zustand ist reicht häufig aus, die Angst vor einer Schlaflähmung deutlich zu reduzieren. Außerdem ist es hilfreich zu wissen, dass die Lähmung in der Regel von selbst und nach kurzer Zeit endet.

So kann der Betroffene sich durch das Bewusstmachen der Harmlosigkeit davor bewahren in Panik zu geraten. Das Wissen kann auch Helfen eventuelle Halluzinationen richtig und als harmlos einzuordnen. Allein dieses Wissen hilft vielen Betroffenen die aufkommende Furcht und Panik während der Lähmung zu durchbrechen.

Einigen gelingt es sogar mit viel Willenskraft Techniken zu entwickeln um die Schlafstarre aktiv zu beenden.

Bekannte Techniken sind das Bewegen von Fingern, Zehen oder bewusstes, lautes Atmen. Das laute Atmen soll den Partner aufmerksam machen und dieser Hilft einem dann durch eine Berührung die Lähmung aktiv zu durchbrechen.

Weitere Tipps aus der Schlafhygiene zur Reduzierung der erlebten Schlafparalyse

  • Regelmäßige Schlafzeiten
  • Ausreichend Schlaf
  • Strategien zur Stressbewältigung
  • Gedimmtes Licht am Bett
  • Die Vermeidung der Rückenlage beim Schlafen

Medikamentöse Therapie der Schlafstarre

In besonders schweren Fällen ist auch eine Behandlung der Schlafparalyse mit Medikamenten möglich.

Die am meisten verwendeten Medikamente sind

Allerding werden diese Medikamenten nur bei sehr schweren Fällen der recurrent isolated sleep paralysis (RISP) verschrieben und eine effektive Behandlung kann auch mit Medikamenten nicht garantiert werden.

Fazit Schlafparalyse

Die Schlafparalyse ist eine erlebte Form der natürlichen Schlaflähmung die im Rahmen der REM-Phase ganz normal ist. Auch wenn die erlebte Lähmung der Muskeln sehr unangenehm sein kann ist sie meist Harmlos und endet nach kurzer Zeit von allein. Eine medikamentöse Behandlung ist in den allermeisten Fällen nicht notwendig und oft reicht schon die reine Aufklärung über das Phänomen als Behandlung der Schlafparalyse. Sollten Sie dennoch stark unter einer anhaltenden RISP leiden empfehlen wir Ihnen mit einem Arzt zu sprechen.

Bildnachweis: ©Depositphotos_belchonock

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