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Polyhasische Schlafmuster

Polyphasische Schlafmuster

Haben Sie schon davon gehört, dass es Schlafmuster gibt, die darauf abzielen, mit mindestens zwei Stunden Schlaf pro Tag auszukommen? Nicht möglich denken Sie jetzt? Doch! Mit polyphasischen Schlafmustern …

Napoleon soll seine Kriegszüge in bis zu 20 Stunden pro Tag geplant bzw. ausgeführt haben. Nur vier Stunden ließ er sich täglich, um zu schlafen. Was für den allgemeinen Bürger als unvorstellbar gilt, dem stehen verschiedene Theorien gegenüber, die alles, was wir über den Schlaf wissen, ganz schön auf den Kopf stellen.

Der „normale“ Schlaf

Was ist schon normal? Jeder Mensch ist individuell verschieden und braucht daher auch eine unterschiedliche Länge an Schlafstunden, um erholt und fit zu sein. Der Schlaf-Durchschnitt der deutschen Bürger liegt bei ca. 7-8 Stunden pro Tag, die sich hauptsächlich auf den Nachtschlaf beschränken.

Ein Mittagschlaf, auch wenn eine positive Wirkung nachgewiesen werden konnte und evolutionsbedingt vorgesehen wäre, ist in den Arbeitsalltag der meisten Menschen nicht integrierbar. Oft erst ab dem Rentenalter kommt zum täglichen Nachtschlaf auch ein kurzes Schlummern am Nachmittag dazu – und das nicht selten auf der richtigen Matratze.

Die alternativen Schlafmuster

Neben dem mono- und biphasischen Schlaf (beide Modelle haben wir gerade vorgestellt) gibt es auch Schlafmuster, die in mehreren Phasen (polyphasische Schlafmuster) ablaufen. Dabei wird deutlich, dass nicht die Länge des Schlafes für die Erholung aller Körperfunktionen zuständig ist, sondern die Intensität. Denn bei polyphasischen Schlafzyklen ist man darauf bedacht, die REM-Phase, also die Tiefschlafphase, so zu trainieren, dass Sie schneller und somit häufiger einsetzt.

Jedermann-Schlaf

Als Jedermann-Schlaf wird ein Schlafmuster bezeichnet, das neben einer Hauptschlafphase noch zwei bis fünf kurze Schlafphasen vorsieht, die gleichmäßig über den Tag verteilt sind. Die Hauptschlafphase nimmt dabei circa zwei bis fünf Stunden ein, während die Nickerchen zwischen 20 und 30 Minuten andauern. Insgesamt kommt man so auf ein tägliches Schlafpensum von drei bis sechs Stunden.

Dymaxion-Schlaf

Das Schlafmodell, das als Dymaxion bezeichnet wird, kommt gänzlich ohne Hauptschlafphase aus. Nach diesem Schlafmodell wird der Tag in vier Abschnitte geteilt, die mit einem halbstündig andauernden Nickerchen eingeleitet werden. So holen sich Menschen mit diesem Schlafrhythmus die nötige Ausdauer kurzfristig und mittels gut verteilter Powernaps. Insgesamt kommen die Menschen, die dieses Schlafmodell praktizieren, auf einen Tagesschlaf von etwa zwei Stunden.

Übermensch-Schlaf

Bei den „Übermenschen“ müssen die jeweiligen Powernaps noch strikter eingehalten werden, wie es bei den Dymaxion-Schläfern der Fall ist. Auch dieser Schlaftyp braucht keinen Hauptschlaf, um 22 Stunden pro Tag leistungsfähig und aktiv zu sein. Vielmehr benötigt er regelmäßige Nickerchen. Diese Nickerchen müssen alle vier Stunden eingehalten werden und dürfen nicht länger als 20 Minuten dauern – die richtige Matratze muss es hierfür nicht sein. Insgesamt schlafen diese „Übermenschen“ zwei Stunden am Tag und können trotz alle dem den Anforderungen des Lebens standhalten – zumindest behaupten sie das.

„Übermenschen“ haben ihren Schlafzyklus so trainiert, dass sie die REM-Phase nach 20 Minuten bereits abgeschlossen haben. Vorrausetzung dafür ist zum einen eine circa 3-wöchige Eingewöhnungs-Phase und das „Talent“, sofort einschlafen zu können. In den sechs 20-minütigen Schlafphasen am Tag muss der Schläfer absolute Ruhe haben, denn nur dann erreicht er auch tatsächlich seine notwendige Tiefschlafphase. Daher lässt sich dieses Schlafmuster nicht in den normalen Alltag der meisten Menschen integrieren, die ja nun einmal berufstätig sind und sich nicht dauernd zwischendurch schlafen legen können. Das würden die meisten Arbeitgeber vermutlich nicht gut heißen können.

So funktionieren polyphasische Schlafmuster

Normalerweise dauert ein Schlafzyklus etwa 90 Minuten. In dieser Zeit geht man von der Schlummer- zur Einschlafphase über und befindet sich zuletzt im Tiefschlaf, also in der REM-Phase. Im Anschluss, nach 90 Minuten, beginnt der dreigliedrige Zyklus wieder von vorn.

Bei mehrphasischen Schlafmustern wird der Schlafzyklus zeitlich verkürzt. So kann im Extremfall daraufhin trainiert werden, dass der eigentlich 90 Minuten andauernde Zyklus nur noch 20 Minuten zum Durchlauf benötigt. Während der Nachtschlaf etwa 4-5 REM-Phasen vorzuweisen hat, könnten so auch 4-6 Nickerchen zwischen 20 und 30 Minuten pro Tag ausreichen, um den gleichen Erhol-Faktor erzielen zu können.

Was bringt Ihnen der kürzere Schlaf?

Natürlich wird Ihnen durch ein solches Schlafmodell mehr Zeit beziehungsweise die Möglichkeit geschenkt, Ihren Tagesrhythmus anders und ganz neu zu gestalten. Voraussetzung ist ganz klar eine individuelle Eignung für dieses Lebensmodell. Falls Sie sich tatsächlich dafür interessieren, Ihre Schlafgewohnheiten zu ändern, sollten Sie sich bewusst sein, dass es dafür einer längeren Eingewöhnungsphase von bis zu drei Wochen bedarf. Ein Urlaub bietet sich hierfür besonders an, da sie dabei nicht auf arbeitgebervorgeschriebene Zeiten bzw. generell die Einhaltung von Terminen Rücksicht nehmen müssen.

Befinden Sie sich in einem Angestelltenverhältnis, das Ihre Schlafphasen generell in ein bestimmtes Muster drängt, könnten Sie es mit dem „Jedermann“-Modell probieren. Hierbei haben Sie immer noch eine Hauptschlafphase, die den allgemeingütigen Tagesrhythmus nicht so stark aus den üblichen Bahnen lenkt.

Vorsicht ist allerdings bei denen geboten, die sich schnell langweilen. Bis zu sechs Stunden mehr am Tag zu Verfügung zu haben, vor allem auch in Zeiten, in denen die Mehrheit schläft sowie Geschäfte geschlossen und sonstige Unterhaltungsmöglichkeiten nicht gegeben sind, ist schon etwas gewöhnungsbedürftig ;).

Informieren Sie sich daher umfangreich über die Vor- und Nachteile von polyphasischen Schlafmustern und analysieren Sie, ob Sie eine Schlafumstellung für längere Zeit als wirklich sinnvoll ansehen.

Bildquelle: © Bogitw/pixabay.com

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