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im Schlaf lernen

Mythos oder Wahrheit Teil 4: Lernen im Schlaf

Hand aufs Herz: Wie häufig haben Sie sich früher die Schulbücher unters Kopfkissen gelegt und gehofft, dass das, was partout nicht mehr in Ihren Kopf wollte, am nächsten Tag genau dort sein wird? Wir sind diesem Mythos – in der Nacht während des Schlafes etwas zu lernen – einmal nachgegangen.
Wir haben intern wieder eine kleine Umfrage gestartet und dabei ist herausgekommen, dass, auch wenn manchmal eher unfreiwillig zugegeben, der eine oder andere die eingangs beschriebene Szene nur noch allzu gut aus seiner Schul-/Lehrzeit kennt.

Lernen wir wirklich im Schlaf?

Einige Wissenschaftler (z. B. Jan Born, Ines Wilhelm, Susanne Diekelmann) haben herausgefunden, dass es tatsächlich so etwas wie Lernen im Schaf gibt, zumindest konnten verschiedene Effekte beobachtet werden, die den Lernerfolg positiv beeinflussen. Das kommt daher, dass Schlaf für die Leistung unseres Gehirns unabdingbar ist. Vor allem dann, wenn Informationen aus dem Kurzzeit- ins Langzeitgedächtnis übertragen werden sollen.

Damit man im Schlaf lernt, muss bereits Grundwissen verankert sein, an das das neue Wissen geknüpft werden kann. Ist dies nicht der Fall, ist im Schlaf kein Lernen möglich. Grundsätzlich ist mit Lernen im Schlaf auch nicht zwingend etwas neues Lernen gemeint, sondern vielmehr das Vertiefen bestimmter Informationen, die durch das Schlafen ins Langzeitgedächtnis übertragen werden können.

Ein Buch unters Kopfkissen legen oder die Beschallung mit Vokabeln während des Schlafes ist dabei nicht sinnvoll, im Schlaf werden lediglich die gesammelten Informationen des Tages verarbeitet. Der Spruch „Schlaf mal drüber“, kommt demnach nicht von ungefähr.

Ein kleiner Tipp: Das Gehirn kann sich während des Schlafes schneller an Dinge erinnern, die von besonderer Bedeutung sind oder nur wenig zurückliegen. Sollten Sie also Vokabeln oder ähnliche Informationen lernen wollen, wiederholen Sie die Informationen noch einmal kurz vorm Zubettgehen.

In welcher Schlafphase geschieht der Transport ins Langzeitgedächtnis

Das kommt ganz auf den Inhalt des zu erlernenden Wissens an. Man geht davon aus, dass sich das deklarative Gedächtnis vor allem in der Tiefschlafphase verändert. Also Vokabeln, Geschichtsdaten oder ganz allgemein gesagt Prüfungsfakten werden besonders in der tiefsten Schlafphase vom Gehirn verarbeitet – in der Phase, in der sich der Körper am stärksten regeneriert.

Handlungsabläufe und Emotionen hingegen werden eher der Phase verarbeitet, in der wir träumen. Wenn Sie also abends vor dem Zubettgehen versucht haben, sich die neueste Stricktechnik beizubringen und dabei gescheitert sind, kann sich das negative Gefühl über Nacht verstärken und Sie so davon abhalten, es noch einmal damit zu versuchen.

Wie funktioniert Lernen im Schlaf?

Forscher haben herausgefunden, dass die Gehirnaktivitäten im Schlaf denen des Lernprozesses im Wachzustand stark ähneln. Das betrifft insbesondere das Prinzip der Wiederholung. So, wie Fakten beim wachen Lernen ständig wiederholt und dadurch verinnerlicht werden, aktiviert das Kurzzeitgedächtnis (genauer: der Hippocampus) in der Tiefschlafphase einmal gelernte Daten wieder und wieder. Das Ziel: bestehende Verbindungen (Synapsen) zu stabilisieren bzw. neue Verbindungen anzuregen. Diesen Datentransfer vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis nennt man Gedächtniskonsolidierung. Wir lernen also tatsächlich im Schlaf. Wenn wir tagsüber viel gepaukt haben, wird sich unser Gehirn voraussichtlich auch während der Nacht mit diesen Daten beschäftigen. Aber nur dann, wenn wir uns nachts auch Ruhe gönnen, also tief und fest schlafen. Fazit: Nicht bis spät in die Nacht pauken – sondern lieber früher ab ins Bett.

Bildquelle: © lalalululala/fotolia.com

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