Der Artikel wurde erfolgreich in den Warenkorb gelegt
Ihr Warenkorb ist leer
Schlafende Frau mit der Hand auf dem Wecker

Montags müde? Warum wir in der Nacht von Sonntag auf Montag schlechter schlafen

Montagmorgen, 05:00 Uhr in der Frühe … Sie liegen wach und planen im Geiste den Start in die neue Woche. Wenn dann endlich der Wecker klingelt (natürlich sind Sie fünf Minuten vorher endlich eingeschlafen), fühlen Sie sich wie gerädert.
Warum ist das so? Schlafen wir in der Nacht von Sonntag auf Montag wirklich schlechter? Warum haben viele Menschen am Sonntagabend Einschlafprobleme und was können wir gegen die kollektive Schlaflosigkeit in der Nacht zum Montag tun?

Einschlafprobleme, Schlaflosigkeit, Müdigkeit – was sind die Gründe für den schweren Start am Montagmorgen?

Der Psychologe und Schlafexperte Dr. Hans-Günter Weeß beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema Schlaflosigkeit und hat herausgefunden, dass viele Menschen die Nacht von Sonntag auf Montag als unruhiger empfinden. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen schlafen wir sonntags gerne aus, lassen tagsüber die Seele baumeln und sind demzufolge abends nicht so schnell müde. Das Wochenende hat unseren Schlafrhythmus durcheinandergebracht. Die Folge: Einschlafprobleme.

Der zweite Faktor betrifft vor allem sensible, gestresste, sehr ehrgeizige oder überforderte Menschen. Sie starten sozusagen schon am Sonntagabend in die neue Woche und fangen beim Zubettgehen das große Grübeln an. Solche Gedankenkarusselle sind ein exzellenter Nährboden für Einschlafprobleme und Schlaflosigkeit.

Mit dieser Art von Schlafproblemen haben vor allem Führungskräfte zu kämpfen. Und das nicht nur in der Nacht von Sonntag auf Montag. Eine repräsentative Studie mit über 500 Firmenchefs und Politikern hat ergeben, dass 18 % der Befragten aus der Wirtschaft und 31 % der befragten Spitzenpolitiker weniger als fünf Stunden pro Nacht schlafen. Jeder zweite Topmanager gab in der Umfrage an, sich regelmäßig unausgeschlafen zu fühlen.

Objektiv belegt oder subjektiv empfunden? Ist die Schlafqualität von Sonntag auf Montag messbar schlechter?

Dafür haben wir keine aussagekräftigen Zahlen gefunden. Die Schlafqualität ist in der Nacht zum Montag nicht signifikant schlechter als an anderen Tagen. Die meisten Menschen haben zwar mit Einschlafproblemen oder kleinen Wachphasen zu kämpfen, kommen aber insgesamt auf ein ähnliches Schlafniveau wie sonst auch. Das wiederum spricht dafür, dass das subjektive Empfinden und die Erfahrung hier eine große Rolle spielen. Wie oft denken wir am Sonntag darüber nach, dass eine schwere Woche vor uns liegt, und machen uns Sorgen, wie wir alles bewältigen? Und wie oft haben wir genau diese Situation schon erlebt? Wir haben die bösen Sonntagsgedanken quasi gelernt, sie stellen sich oft ganz automatisch ein und wir haben, was die Nacht betrifft, eine entsprechend negative Erwartungshaltung. Vielen Menschen kommt die Nacht zum Montag daher unruhiger vor, als es tatsächlich der Fall war/ist.

Aber dennoch: An keinem anderen Tag gibt es so viele Krankmeldungen oder Pannen und Unfälle beim Arbeiten wie am Montag. Das mag daran liegen, dass der am Wochenende leicht verschobene Schlafrhythmus in der Nacht zum Montag eine Art Mini-Jetlag bewirkt. Das Stresshormon Cortisol wird normalerweise ein bis zwei Stunden vor dem Aufstehen ausgeschüttet, um uns sanft wach zu machen. Durch den verschobenen Schlaf-wach-Rhythmus am Wochenende geschieht das später – leider auch am Montagmorgen. Wir werden früher in den Tag geworfen, als es unseren Hormonen lieb ist. Die Folge: Wir sind mufflig, unkonzentrierter und weniger leistungsfähig.

Was können wir gegen die Montagsmüdigkeit tun?

Erstens: Am Sonntag rechtzeitig aufstehen. Es muss ja nicht gleich die ganz harte Tour sein, aber denkbar wäre doch, eine Stunde früher als sonst aufzustehen und sich dann zu steigern, wenn sich das gut anfühlt.

Zweitens: Vielen Menschen mit Einschlafproblemen hilft es, schon vorm Zubettgehen einen Plan für die Woche zu machen. Einfach notieren, was erledigt werden muss und erst dann ins Bett gehen, wenn sich der Kopf frei genug anfühlt.

Drittens: Um Einschlafproblemen entgegenzuwirken, sollte es erst dann in die Falle gehen, wenn die Müdigkeit kommt. Sollte sie sich allzu viel Zeit lassen, kann ein warmes Wannenbad oder entspannende Musik helfen (weitere Tipps gibt’s in diesem Blogartikel).

Viertens: Wer in der Nacht zum Montag zu stressbedingter Schlaflosigkeit neigt, legt wichtige Termine nach Möglichkeit gleich auf den Dienstag oder in die Mitte der Woche. An diesen Tagen sind die meisten Menschen nämlich besonders belastbar und leistungsfähig.

Fünftens: Am Montagmorgen den Kreislauf mit einer frischen Dusche in Schwung bringen oder das Auto stehen lassen und – wenn es der Arbeitsweg zulässt – zu Fuß zur Arbeit gehen.

Was, wenn das alles nichts hilft?

Bei Einschlafproblemen am Sonntagabend oder nächtlicher Schlaflosigkeit bringt es nichts, sich Stunde um Stunde auf der Matratze hin und her zu wälzen. Oft hilft es schon, einfach aufzustehen, den Raum zu wechseln und aufschreiben, was das Gemüt gerade belastet. Vielleicht kann das Problem ja jetzt kurz notiert und dann morgen gelöst werden? Wenn es dann wieder zurück ins Bett geht, helfen positive Gedanken – zum Beispiel an den letzten Urlaub oder einen schönen Abend mit Freunden. Auch die Vorstellung, durch den Wald zu spazieren und den Vögeln zu lauschen oder am Strand zu liegen und die Wellen rauschen zu hören, entspannt und beruhigt.

Bildquelle: ©s_l/fotolia.com

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*



*