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Die Traumdeutung soll helfen unsere Träume besser zu verstehen.

Moderne Traumdeutung – Was wissen wir heute über unsere Träume?

Sie waren gerade nackt im Fahrstuhl, da ertönt ein Klingeln: Gott sei Dank, der Wecker! Was für ein irrer Traum. Das kommt Ihnen bekannt vor? Oder gehören Sie zu den Menschen, die nachts „nur“ ihre Alltagserlebnisse verarbeiten, wirre Traumgedanken haben und sich morgens nur noch diffus erinnern können?

So oder so, Träume sind ein sehr spannendes Thema und ihre Inhalte wurden schon in der Antike gedeutet. Sigmund Freud schließlich hat im 20. Jahrhundert im Rahmen seiner Psychoanalyse viele Traumsymbole erstmals wissenschaftlich aufgeschlüsselt.

Aber wie aktuell sind seine Thesen heute noch, ist die Forschung heute weiter? Und was bedeutet es tatsächlich, wenn ich nackt im Fahrstuhl bin?

Träume, Botschaft einer höheren Macht – Traumdeutung von der Antike bis zu Sigmund Freud

Der bekannteste Traumdeuter des griechischen Altertums war Artemidor von Daldis aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts.

Zu seiner Zeit war die Traumdeutung ein gängiges Gewerbe. Artemidor war sehr gebildet und hatte laut eigenen Angaben alle Bücher zu der Traumdeutung gelesen. Zusätzlich suchte er regelmäßig Wahrsager auf, um von ihnen die Traumdeutung zu erlernen. Seine Schriften sind ein schönes Beispiel für den griechischen Aber- und Götterglauben. So deutete er beispielsweise das Traumsymbol des Kämmens und Haare-Flechtens als Zeichen für hohe Schulden oder Gefängnis.

Aus heutiger Sicht ist das natürlich vollkommen willkürlich, aber Artemidors Schriften sind ein frühes Beispiel dafür, Ordnung in das chaotische Unbewusste bringen zu wollen.

Viele Träume aus dem Altertum und deren Deutung sind auch in der Bibel überliefert. Der bekannteste Traumdeuter der Bibel ist mit Sicherheit Josef, der sich eingesperrt im Gefängnis dadurch emporarbeiten konnte, indem er die Träume des Pharaos richtig gedeutet hatte. So sagte er die sieben Jahre des Überflusses und sieben Jahre der Hungersnot richtig voraus.

Im Mittelalter wurde Schlafen als Bestrafung für den Sündenfall angesehen und sollte den Menschen täglich an seine Unzulänglichkeit erinnern. Die Nacht galt als Reich des Bösen und so wurde auch dem Traum als Eingebung des Teufels zutiefst misstraut.

Im Spätmittelalter nahm die Gleichsetzung von Sünde und Schlaf aber mit dem Voranschreiten der Wissenschaft ab und wurde als Aktivität des Schlafes betrachtet.

Im Zeitalter der Aufklärung schließlich wurde der Traum eher philosophisch diskutiert und Traumdeuter wurden als Scharlatane betrachtet. Zunehmend setzte sich die Ansicht durch, dass die Ursachen des Träumens in Erinnerungen, Krankheiten oder in Gefühlslagen zu suchen seien.

Im 20. Jahrhundert begründete Sigmund Freud mit seinem Werk Die Traumdeutung die moderne Traumforschung.

Es war die Zeit des Wissenschaftsoptimismus, das heißt, viele neue Wissenschaften entstanden überhaupt erst. So auch die Psychologie mit der Methode der Psychoanalyse. Sigmund Freud stellte in ihrem Rahmen die Theorie auf, dass Träume keineswegs ein prophetisch-vorhersehenden Charakter haben, sondern dass sie vielmehr über unsere verdrängten Triebe und Ängste Aufschluss geben.

So sollen Träume im Dienst der Selbsterkenntnis systematisch entschlüsselt werden können, denn ihre psychischen Inhalte (Freud verwendet den Ausdruck „Traumgedanken“) haben es aufgrund eines Verdrängungsmechanismus nicht in das aktive Bewusstsein geschafft.

Traumforschung heute: Verschiedene psychotherapeutische Ansätze

Im Traum geschehen oft sehr merkwürdige Dinge: Unser Gehirn tauscht Personen und Orte scheinbar willkürlich aus oder versetzt uns in eine ganz andere Zeit. Naturgesetze werden vollends ausgehebelt, die Gesetze der Logik gelten hier überhaupt nicht mehr.

Sind diese seltsamen Vorgänge im Gehirn aber überhaupt messbar und logisch aufzuschlüsseln? Haben Träume mit den heutigen Erkenntnissen überhaupt eine Bedeutung, gar irgendein Potenzial oder können wir sie ignorieren und Sigmund Freud einfach Sigmund Freud sein lassen?

Was passiert beim Träumen physiologisch?

Tatsächlich hat sich die Wissenschaft, vor allem die Neurologie, also die Hirnforschung, gerade in letzten Jahren dem Phänomen Traum in unendlich vielen Versuchsreihen mit großen Schritten genähert. Zwar wurde schon Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt, dass die Traumaktivität einem gewissen Muster folgt und dass wir im Tiefschlaf nicht die geringste Muskelspannung aufweisen, aber erst 1953 wurden von Eugene Aserinsky die schnellen Augenbewegungen beobachtet, die so genannten Rapid Eye Movements, aus denen sich der Begriff der REM-Phase ableitet. Er konnte nachweisen, dass diese Schlafphasen auch eine höhere Gehirnaktivität aufweisen und den eigentlichen Traumphasen entsprechen.

1959 setzte der Neurologe Michel Jouvet die ganzen Erkenntnisse mit seinen eigenen Erkenntnissen zu einer großen Theorie zusammen.

Es gibt zwei Schlafzustände: Während der Tiefschlafphase ist an der Hirnrinde eine immer langsamer werdende elektrische Aktivität messbar, wohingegen die Muskeln immer noch eine gewisse Spannung aufweisen. Menschen, die in dieser Phase geweckt werden, haben keinerlei Traumerinnerung.

Hingegen fehlt in der REM-Phase die Muskelspannung völlig, aber unser Gehirn arbeitet ähnlich auf Hochtouren wie im Wachzustand. Deswegen wird diese Phase auch als „paradoxer Schlaf“ bezeichnet. Menschen, die in dieser Phase geweckt werden, erinnern sich an den Traum in der Regel sehr deutlich. Die Traumphase wird seitdem als Erholung für das Gehirn angesehen: Unlogische Zusammenhänge werden damit erklärt, dass bestimmte Neuronen im Gehirn in dieser Phase einfach abgeschaltet sind, weil sie Ruhe brauchen; somit wird das kritische Bewusstsein ausgeschaltet und schon befinden wir uns in diversen seltsamen Situationen. Aber haben diese nun eine Bedeutung oder nicht?

Was passiert beim Träumen psychologisch?

Die Traumpsychologie sieht in Ihren Träumen aber durchaus einen tieferen Sinn; allein die Tatsache, dass Menschen, die regelmäßig am Traumschlaf gehindert werden, ernsthafte seelische und körperliche Störungen erleiden, zeigt, dass wir Träume ganz einfach für unser ganzheitliches Wohlbefinden brauchen.

Hatte Sigmund Freud noch einen unabhängigen Katalog mit feststehenden Symbolen aufgestellt, so sieht Carl Gustav Jung die Träume eher als Ausdruck von unmittelbar Erlebtem. Es liegt nach ihm an uns selbst, diese in Zusammenhang mit unserem Alltag zu bringen und entsprechend zu entschlüsseln.

Fazit

Träume sind heute also immer noch ein nicht eindeutig erklärbares Phänomen; wem es aber hilft, sie mit Sigmund Freud oder mit der Jungschen Theorie zu entschlüsseln, stellt auf jeden Fall keinen Schaden an, Traumdeutung ist ja keine Medizin, sondern oftmals auch ein großer Spaß in der Freundesrunde.

Ach und wegen des Nacktseins im Fahrstuhl: Das kann also auch alles Mögliche bedeuten. Wenn Sie in einem Hochhaus arbeiten und dort täglich den Fahrstuhl benutzen, kann das mit Jung als tagtägliche Angst vor Bloßstellung gedeutet werden oder mit Freud als unterdrückter Sexualtrieb. Wir denken, Sie wissen selbst, was eher auf Sie zutrifft. 😉

Bildnachweis: ©supershabashnyi/iStock

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