Melatonin hilft junger Frau beim Schlafen

Melatonin – was wirklich hinter dem Schlafhormon steckt

Von vielen fast schon zum Superhormon für den gesunden Schlaf erklärt, wollen wir der Wirkung von Melatonin (Melatoninum, N-Acetyl-5-methoxytryptamin, Schlafhormon) auf den Grund gehen. Wie schlaffördernd wirkt es, synchronisiert es tatschlich den Schlaf-Wach-Rhythmus, schützt es vor Krebs und stärkt es das Immunsystem?

Wie beeinflusst Melatonin den Schlaf des Menschen?

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das im menschlichen Gehirn produziert wird. Im Zwischenhirn stellt die Zirbeldrüse fast ausschließlich während der Nacht das noch nicht vollständig erforschte Hormon her.

Im Jahr 1958 wurde es von Aaron Lerner, seines Zeichens promovierter Hautarzt in Amerika, entdeckt. Er beschrieb die chemische Struktur und nahm im Anschluss einen Selbstversuch vor.

Strukturformel Melatonin
Melatonin – Strukturformel

Er nahm zusätzliches Melatonin ein und stellte daraufhin fest, dass er müde wurde. Zu Beginn der Neunzigerjahre machten sich diverse Wissenschaftlicher an die genauere Erforschung.

In verschiedenen Untersuchungen wurde ermittelt, dass Melatonin das Immunsystem stärkt und das Wachstum von Tumoren hemmen kann. Die zellschädigenden, freien Radikalen werden von dem Schlafhormon unschädlich gemacht [1].

Aufgrund dieser Erkenntnisse entstand ein Hype um das neue Wunderhormon in den Medien, das durch die Medien zum Jungbrunnen erkoren wurde.

Heutiger Stand der Forschung

Auch wenn bis dato immer noch nicht alle Wirkungsweisen und Zusammenhänge rund um das Schlafhormon abschließend erforscht sind, gibt es gesicherte Erkenntnisse aus zahlreichen Studien. Es gilt als erwiesen, dass in Abhängigkeit der Umgebungshelligkeit die Produktion von Melatonin gesteuert wird.

Die „innere Uhr“ des Menschen sitzt im Hypothalamus, der ein Teil des Zwischenhirns ist. Die Informationen darüber, ob es in der Umgebung hell oder dunkel ist, erhält das Gehirn über Lichtrezeptoren der Netzhaut. Nachgewiesen wurde, dass bei Einsetzen der Dämmerung die Zirbeldrüse auf die zunehmende Dunkelheit reagiert und Melatonin ausschüttet. Dabei ist die Melatonin-Ausschüttung zwischen zwei und drei Uhr besonders hoch und fällt danach bis in die frühen Morgenstunden stetig ab, bis sie mit den vorhandenen Messmethoden nicht mehr nachgewiesen werden kann. Das Hormon Melatonin reguliert in großem Maße den gesamten Tag-Nacht-Rhythmus.

Warum Melatonin müde macht

Durch die Ausschüttung des Schlafhormons am Abend wird der Körper dazu angeregt, die Blutgefäße zu erweitern. Dies wirkt im gesamten Körper als Signal zur Entspannung und Vorbereitung auf das Einschlafen.

  • Muskeln, Organe und Gehirn werden durch das Eindringen des Hormons über die Blutbahn quasi von Tag auf Nacht umgestellt.
  • Die Ausschüttung hat zudem zur Folge, dass die Körpertemperatur sinkt, wodurch der Körper Energie sparen kann.
  • Durch den Zusammenhang zwischen Licht und Dunkelheit gilt N-Acetyl-5-methoxytryptamin auch als Winterschlafhormon und sorgt dafür, dass wir in der dunklen Jahreszeit über die berühmte „Herbstmüdigkeit“ klagen.
  • Im Schlaf fährt jede Körperzelle ihre Tätigkeit herunter, sodass die Verlangsamung des Stoffwechsels das Herz-Kreislauf-System schützt und die Lebensdauer verlängert.

Schlaf spielt für den gesamten Organismus eine wichtige Rolle, um dauerhaft gesund und leistungsbereit zu bleiben. Guter Schlaf ist ein wirksamer Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch bei psychischen Erkrankungen konnte nachgewiesen werden, dass viele Patienten mit Despressionen unter einem Melatonin-Mangel leiden.

Was im Körper in der Nacht passiert

Sämtliche Bestandteile des Körpers sind so ausgerichtet, dass sie tagsüber ganz anders arbeiten als im Schlaf. Ein Muskel ist am Tag dazu bereit, den Körper zu bewegen, Dinge zu heben, zu gehen oder zu sitzen. In der Nacht hingegen regeneriert sich der Muskel. Neue Muskelzellen werden durch die Aufnahme von Nährstoffen gebildet, die am Tag über die Nahrung aufgenommen wurden. Größere und kleinere Reparaturen werden durchgeführt, sodass der Muskel in der Nacht auf die Herausforderungen des nächsten Tages vorbereitet wird.

Dieser Prozess findet meist unbemerkt statt, wobei jeder Sportler einen bestimmten Zustand kennt: den Muskelkater. Das mehr oder weniger stark schmerzende Gefühl am Morgen nach einer Trainingseinheit macht deutlich, wie der Muskel über Nacht auf die sportlichen Ambitionen reagiert.

Wie wirkt sich ein Melatonin-Mangel aus?

Etwas vereinfacht ausgedrückt ist das Schlafhormon der Gegenspieler des Adrenalins. Stress steht in einem engen Zusammenhang mit der Ausschüttung von Adrenalin, weshalb bei einem Melatonin-Mangel das Stresshormon wesentlich schlechter abgebaut werden kann.

Durch eine Unterversorgung mit dem Schlafhormon kommt der Organismus weniger gut zur Ruhe, sodass jede einzelne Zelle unter dem Mangel leidet.

Schlafstörungen sind daher nicht nur unangenehm, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko. Da Melatonin in der Nacht gegen die sogenannten freien Radikalen – vereinfacht gesprochen Schadstoffe, die aus dem Stoffwechselprozess hervorgehen – vorgeht, kann der Körper diese bei einem Mangel weniger gut bekämpfen. Dadurch kann das Risiko für Infarkte, psychische Erkrankungen und möglichen ungehemmten Tumor Wachstum steigen.

Melatonin – ist ein Schlafmittel sinnvoll?

Das Schlafhormon kann heute auch als Medikament in Form von Melatonin-Tabletten eingenommen werden. Wenden Sie sich bei der Behandlung von Schlafstörungen immer zuerst an Ihren Hausarzt und besprechen die Notwendigkeit der Einnahme von Schlafmitteln oder Melatonin. Denn bei der Einnahme von Medikamenten können immer Nebenwirkungen auftreten.

Melatonin wird in Tablettenform verabreicht, während die Dosierung zwischen 0,5 und 30 mg variieren kann. Die Einnahme sollte 20 bis 40 Minuten vor dem Zubettgehen erfolgen. Bevor Sie mit der Einnahme beginnen, muss der Melatonin-Mangel allerdings wirklich ärztlich festgestellt werden. Nutzen Sie zuerst natürliche „Schlafförderer“ wie etwa ausreichend Bewegung, gesunde Ernährung oder feste Schlafrituale. Stellt sich dadurch keine Besserung ein, können Schlafmittel mit N-Acetyl-5-methoxytryptamin – nach ärztlicher Anweisung – genutzt werden.

Fazit: Melatonin als wichtiges Schlafhormon

Das Hormon Melatonin spielt eine wichtige Rolle für Ihre Gesundheit und den Tag-Nacht-Rhythmus. Das Schlafhormon kann aber nicht alleine für Gesundheit und guten Schlaf sorgen. Eine gesunde Ernährung, regelmäßiger Sport und ein erfülltes, ausgeglichenes Leben sind die wichtigste Basis für erholsamen Tiefschlaf und Gesundheit.

Bildquelle: ©depositphotos_baranq

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