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Ein Kind das nicht einschlafen will

Lange Tage, kurze Nächte – was tun, wenn Kinder nicht einschlafen wollen?

Bei Kleinkindern gibt es immer wieder Phasen, in denen das abendliche Einschlafprozedere zur Geduldsprobe für die ganze Familie wird. Die einen lassen sich erst gar nicht ins Bett bringen und diskutieren, weinen oder schimpfen, die anderen schaffen zwar den Einstieg, klettern dann aber mit schier unendlicher Ausdauer wieder und wieder aus dem Bett, um heimlich im Zimmer zu spielen oder die Aufmerksamkeit der Eltern anderweitig einzufordern. Bis dann abends endlich Ruhe einkehrt, können schon mal Stunden ins Land gehen.

Was Sie als Eltern gegen die abendliche Unruhe tun können? Zunächst erst einmal genau das: überhaupt etwas tun. Und zwar etwas Gutes. Kinder, die schlecht einschlafen, brauchen in der Phase des Zubettgehens mehr Aufmerksamkeit als andere. Drohungen, Schimpftiraden oder das simple Ignorieren des Kindes werden die Situation nicht gerade entspannen. Das Kind wird das Zubettgehen mit der Zeit mehr und mehr als elterliche Strafmaßnahme empfinden. Überzeugen Sie Ihr Kind lieber vom Gegenteil, indem Sie ihm beim Zubettgehen Ihre volle Aufmerksamkeit schenken und eine Weile mit ihm die Matratze teilen. Diese halbe Stunde füllen Sie dann mit etwas, das ihrem Kind besonders gut gefällt:

Beruhigen durch Vorsingen

Der Klassiker, den jeder Mensch von Kindesbeinen an mit dem Einschlafen verbindet, ist das Gutenachtlied. Als Teil frühester Kindheitserlebnisse sorgt es auch später noch für positive Emotionen wie Geborgenheit, Wärme und Wohlbefinden – Grundvoraussetzungen für einen angenehmen Einschlafprozess. Sei es in Form der mütterlichen Stimme, als Lied aus der Spieluhr oder leise aus dem Radio – sanfte Stimmen im Hintergrund vertreiben das Gefühl des Alleinseins und lenken von unangenehmen Gedanken ab. Anregungen gibt’s zum Beispiel in der Zeitung „Die Zeit“. Sie hat sich im Kulturteil gleich einer ganzen Reihe von Wiegenliedern gewidmet und sie zum Download angeboten.

Ablenken durch  Vorlesen oder Erzählen

Auch das Vorlesen einer Gutenachtgeschichte hilft Ihrem Kind, abzuschalten. Lesen gehört auch bei Erwachsenen zu den beliebtesten Entspannungsmethoden. Beim Zubettgehen ein schönes Märchen vorzulesen, lässt den kleinen Zuhörer für einige Momente in die Welt der erzählten Geschichte abdriften. Die Brücke zum erlebten Tag wird für die Dauer des Lesens abgebrochen – eine wohltuende Ablenkung für das Gehirn. Dieser „Themenwechsel“ kann eine gute Basis für den Übergang vom Tag zur Nacht sein. Beim Vorlesen profitieren gleich zwei Köpfe von dieser Entspannungstechnik: der Leser und der Zuhörer. Wenn es Ihnen liegt, können Sie Geschichten auch frei erzählen. Der Vorteil: Das geht auch bei wenig Licht.

Abschließen durch Rituale

Egal, womit Sie die abendliche gemeinsame Zeit füllen, binden Sie feste Rituale ein, die Ihrem Kind signalisieren: Jetzt wird es langsam Zeit zur Ruhe zu kommen. Das kann eine bestimmte Art des Zudeckens sein, ein Gutenachtküsschen oder ein immer gleicher Satz beim Abschied aus dem Kinderzimmer. Das ist nicht nur eine schöne Idee, sondern hat auch einen wissenschaftlichen Hintergrund: Das aus der Psychologie bekannte Phänomen der Konditionierung, das durch 1905 durch Pawlow untersucht wurde, basiert auf wiederkehrenden Reizen und erlernten Reaktionen. Jeden Abend kurz vorm Zubettgehen ein bestimmtes Lied vorzusingen (Reiz), kann ein allabendliches Ritual sein, das durch seine gewohnheitsmäßige Anwendung den Körper irgendwann buchstäblich auf das programmiert, was danach kommt – Schlaf (Reaktion). Der immer wieder abends herbeigeführte Reiz (Lied) führt zur gelernten Reaktion (Müdigkeit).

Zugegeben, diese Herleitung klingt nicht besonders emotional, aber vielleicht brauchen Sie sie auch gar nicht, weil Sie das alles sowieso schon lange tun – Lesen, Singen, Erzählen und Rituale pflegen, ganz ohne Psychologie und ganz ohne Pawlow. Warum? Weil Sie instinktiv wissen, was Ihrem Kind gut tut. Ist das nicht wundervoll? Vielleicht ein tröstlicher Gedanke, der die allabendliche Geduldsprobe ein Stück weit relativiert. Spätestens beim Anblick Ihres (endlich) schlafenden kleinen Schätzchens.

Bildquelle: © detailblick-foto/fotolia.com

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