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Das Phänomen Gähnen

Das Phänomen Gähnen

Sie sitzen früh an der Arbeit vor Ihrem PC und müssen unentwegt gähnen, bei der Elternbesprechung im Kindergarten können Sie sich das Gähnen gerade noch unterdrücken, abends auf der Couch kommt zum Gähnen noch das Tränen der Augen hinzu – Zeit sich auf die Matratze zu verziehen. Oder etwa doch nicht?

Egal ob Mensch oder Tier, das Gähnen ist ein reflexartig auftretendes Verhalten, dass mit einem tiefen Atemzug beginnt, bei dem der Mund weit geöffnet werden muss und endet mit dem Ausatmen – nach etwa sechs Sekunden ist das Ganze schon wieder vorbei und kann von vorn beginnen.

Jeder kennt es, und manchmal kommt es auch in Situationen vor, in denen man sich das nicht erklären kann. Meistens hängt es jedoch mit Müdigkeit zusammen – egal ob frisch aus dem Bett erstiegen, während des kleinen Nachmittagstiefs oder eben bevor Sie die heimelige Matratze zur Nachtruhe aufsuchen – das Gähnen begleitet uns den ganzen Tag über.

In einigen Situationen hat das Gähnen aber gar nichts mit Müdigkeit zu tun, sondern hat ganz andere Ursachen.

Ursachen von Gähnen

Häufig müssen wir unser Gähnen verstecken – vor allem dann, wenn wir in der Öffentlichkeit stehen. In unserer westlichen Welt wird das Gähnen entweder als Zeichen von Müdigkeit oder aber auch von Langeweile interpretiert. Und genau dies wollen wir in wichtigen Geschäftsterminen oder bei der Besprechung im Kindergarten natürlich nicht ausstrahlen.

Ursache und Zweck des Gähnens konnten bislang noch nicht eindeutig geklärt werden – zumindest beim Menschen. Auch Fische gähnen. Bei ihnen könnte es dazu dienen, die Umgebung auf Duftstoffe zu testen, in dem sie neues Wasser in den Nasenraum ziehen.

Die Wissenschaft bezeichnet das Gähnen als Chasmologie und geht davon aus, dass man sich, wenn der Serotonin-, Dopamin- oder Glutaminsäure-Spiegel steigt, am liebsten auf die Matratze packen und schlafen würde. Eine Erhöhung der Glückshormone, den Endorphinen, macht hingegen munter und lässt die Gähnfrequenz sinken.

Theorien rund ums Gähnen

Auch wenn wissenschaftlich schon festgestellt wurde, welche Veränderungen im Hormonhaushalt uns auf die Matratze zwingen und das Gähnen auslösen, gibt es etliche Theorien allgemein zum Thema Gähnen.

Eine Theorie besagt zum Beispiel, dass das Gähnen genau wie das Lachen und Weinen schmerzliche Emotionen begleitet bzw. verarbeitet. Dabei wird es als Zeichen der Heilung angesehen.

Eine andere Theorie besagt, dass Gähnen ansteckend ist – allerdings nur bei Menschen, die in einer emphatischen Beziehung zueinander stehen.

Wieder eine andere Theorie bezieht den Fakt mit ein, dass sich vorm Gähnen die Hirnchemie ändert. Auch Angst oder Stress können eine solche Veränderung herbeiführen. Dadurch kann sich das Gehirn erhitzen. Da es allerdings nur in einer bestimmten Temperatur voll funktionsfähig ist, versucht der Körper durch verschiedene Funktionen das Gehirn abzukühlen. Eine Möglichkeit ist das Auslösen des Gähnreflexes, da die einströmende frische Luft auch das Gehirn kühlt.

Doch wie logisch auch die eine oder andere Theorie klingen mag, festgelegt und eindeutig bewiesen hat die Wissenschaft noch keine davon. Das Gähnen ist und bleibt ein merkwürdiges und zugleich rätselhaftes Verhalten.

Zu häufiges Gähnen ist eine Krankheit?

Zur Vollständigkeit wollen wir auch darauf hinweisen, dass es einige Krankheiten gibt, auf die das vermehrte oder zeitandauernde Gähnen hinweisen kann. Sollten Sie also das Gefühl haben, ständig müde, an Ihre Matratze gefesselt und mit gehäuftem Gähnen belastet zu sein, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen. Auch wenn dies nur in sehr seltenen Fällen auftritt, könnten Krankheiten wie Migräne oder Multiple Sklerose dahinter stecken.

Bildquelle: © Ivan Kruk/fotolia.com

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