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Freier Blick auf einen schönen Sonnenuntergang im Sommer. Warum schlafen wir bei Licht schlechter ein?

Ist schlafen bei Licht ungesund?

Im Hochsommer hat die Sonne auf der Nordhalbkugel der Erde ihren höchsten Stand über dem Horizont und scheint damit jeden Tag sehr lange. Für uns heißt es deshalb am Abend: Rollos und Jalousien runter und Schlafmaske auf. Denn schlafen bei Licht – das funktioniert bei den meisten Menschen nicht so gut. Aber warum eigentlich? Und was würde in unserem Körper passieren, wenn wir dauerhaft bei Licht schlafen würden?

Der Einfluss des Lichts auf unseren Körper

Wenn Licht auf unser Auge trifft, wandert diese Information zu den sogenannten suprachiasmatischen Kernen im Gehirn. Sie steuern gewissermaßen unsere innere Uhr und sind mitverantwortlich dafür, wann wir uns wach oder müde fühlen. Denn ab einer Lichthelligkeit von 2 500 Lux leiten die Kerne den über das Auge wahrgenommenen Lichtreiz weiter an die Zirbeldrüse (auch Pinealorgan oder Epiphyse genannt), die daraufhin die Produktion des „Schlaf-Hormons“ Melatonin stoppt. Das Ergebnis: Wir fühlen uns schnell hellwach und putzmunter. Wird es dagegen dunkel, schüttet die Zirbeldrüse wieder größere Mengen an Melatonin aus und wir werden schnell träge und müde. Deshalb sind wir im Winter oft weniger aktiv, manche Menschen sogar depressiv.

Bringen helle Sommernächte unseren Organismus durcheinander?

Ein bisschen schon. Natürlich ist das Abendlicht im Sommer weitaus schwächer als 2 500 Lux – dennoch beeinflusst die Helligkeit unsere innere Uhr und wirkt wie ein Wachmacher. Wenn wir im Sommer also die Jalousien oben lassen, können wir unter Umständen Probleme beim Einschlafen bekommen oder sehr früh am Morgen aufwachen. Jedes Jahr Ende März, wenn die Uhren von Winter- auf Sommerzeit umgestellt werden, bekommen wir das besonders deutlich zu spüren.

Schlafen wir in hellen Nächten weniger?

Im Durchschnitt tun wir das tatsächlich. Oft schaffen wir es in den hellen Nächten einfach nicht so früh ins Bett, weil wir schlicht noch nicht müde genug sind, wenn es draußen noch nicht dunkel ist. Also geht’s eine Stunde später in die Falle. Die gestohlene Zeit empfinden wir aber meist als unproblematisch, weil wir – liebevoll von der frühen Morgensonne geweckt – einfach leichter aus dem Bett kommen und an einem schönen Sommertag auch viel mehr Licht tanken als an trüben Novembertagen. So sind wir trotz weniger Schlaf in der Nacht tagsüber putzmunter. Dass unsere innere Uhr solchen kleinen jahreszeitlichen Schwankungen unterworfen ist, ist aber ganz normal und völlig unbedenklich. Wer dennoch im Sommer das Gefühl hat, zu wenig Schlaf zu bekommen, der muss eben zusehen, dass das Schlafzimmer gut abdunkelt ist.

Über Dunkelschläfer und Lichtschläfer

Es soll ja Menschen geben, die gerne und angeblich sogar besser bei Licht ein- und durchschlafen. Sicherlich bildet diese Gruppe eher die Ausnahme, aber es gibt sie. Das mag entweder an persönlichen Vorlieben liegen oder an einer sich wandelnden Gesellschaft. Immerhin drei Viertel der Weltbevölkerung leben in Regionen mit nächtlicher Beleuchtung – von Großstädten, in denen man nie die Sterne sieht, ganz zu schweigen. Im Vergleich zu früher sind wir heute durch Bildschirme, Lampen, grelle Autoscheinwerfer, Fernsehen am Abend und so weiter weitaus größeren Lichtmengen ausgesetzt. –. Die Dauerbeleuchtung, die wir Tag und Nacht erleben, führt dazu, dass unsere Gesellschaft mehr und mehr aus dem natürlichen Rhythmus gerät. Vielleicht können deshalb manche Menschen nicht ohne das Nachtlicht oder den flackernden Fernsehbildschirm einschlafen. So wie wir absolute Stille nicht mehr gewohnt sind, so geht es uns auch mit totaler Dunkelheit.

Sich als Partner einem Lichtschläfer anzupassen, ist schwierig und tut demjenigen, der sich umgewöhnen muss, unter Umständen auch nicht gut. Daher sollten betroffene Paare unbedingt einen Kompromiss finden. Vielleicht reicht schon eine Schlafbrille oder ein Vorhang, der nur etwas Licht durchlässt. Auf jeden Fall sollten im Schlafzimmer Bedingungen geschaffen werden, die beiden entgegenkommen.

Aber nicht nur persönliche Vorlieben, auch ganz andere Faktoren entscheiden darüber, unter welchen Lichtverhältnissen wir schlafen. Schichtarbeiter beispielsweise müssen nicht nur bei stärkerer Helligkeit einschlafen (und durchschlafen), sondern auch noch bei erhöhter Geräuschkulisse. Auch die Dauerbeleuchtung der Zimmer in vielen Pflegeheimen oder Intensivstationen gerät zunehmend in die Kritik, weil es bei gedimmten Licht, oft sogar bei offener Tür und hell erleuchtetem Flur, schwer für die Patienten ist, zur Ruhe zu kommen, um wirklich tief und ungestört zu schlafen.

Kann schlafen bei Licht krank machen?

Was würde eigentlich passieren, wenn wir dauerhaft bei Licht schlafen würden? Zu dieser Frage haben Forscher vom University Medical Center in Leiden erstaunliche Erkenntnisse zutage gefördert. Sie hielten in einer Studie gut 100 Mäuse für ganze 24 Wochen unter Dauerlicht und überwachten dabei ihren Gesundheitszustand. Währenddessen wurden die Tiere immer gebrechlicher, so, als würden sie vorzeitig altern. Die Muskulatur des Skeletts wurde immer schwächer, man beobachtete Anzeichen für Knochenabbau, einige Entzündungswerte waren massiv erhöht. Nach Ende der Studie – also wieder normalen Hell-Dunkel-Verhältnissen ausgesetzt – erholten sich die Mäuse wieder.

Die Ergebnisse der Forscher können zwar nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen werden, sie lassen aber Rückschlüsse auf unseren Körper zu, der ähnlich wie Tiere, auf Veränderungen im Hell-Dunkel-Rhythmus reagiert. Vielleicht sogar mit weitaus schwerwiegenderen Folgen als bisher angenommen.

Schlaf-Accessoires: Helfen Schlafmasken wirklich?

Schlafmasken sehen nicht nur lustig aus, sie helfen vielen Menschen tatsächlich dabei, schneller einzuschlafen. Gerade im Sommer, wenn es draußen lange hell ist, kann eine Schlafbrille eine nützliche Einschlafhilfe sein. In diesem Test schnitten vor allem Schlafmasken aus Satin, Schaum oder Polyester gut ab.

Achten Sie beim Kauf einer Schlafmaske darauf, dass sie leicht ist und dass Nase und Ohren nicht zu stark abgedeckt werden. Werden zu große Teile des Kopfes von der Schlafbrille überdeckt, empfinden das viele als störend. Wenn Sie Ihre Schlafmaske online bestellen, testen Sie die Maske am besten kurz im Bett. Drehen Sie sich damit ein paar Mal hin und her. Verrutscht sie schnell oder drückt zu sehr, entscheiden Sie sich besser für ein anderes Modell. Schauen Sie auch auf das Material, aus dem die Maske gefertigt wurde beziehungsweise auf Qualitäts- und Textilsiegel. Eine gute Schlafmaske sollte schadstofffrei und auch bei höheren Temperaturen waschbar sein. Schlafmasken mit verstellbaren Bändern lassen sich gut Ihrer individuellen Kopfform anpassen. Für die Extraportion Luxus: Manche Schlafmasken gibt es sogar mit integrierten Kühlpads gegen Augenringe und Kopfschmerzen.

Zusammengefasst: Vorhang zu, Tablet weg!

Unser Fazit zum Thema Schlafen bei Licht: Zu viel Helligkeit im Schlafzimmer bremst die Melatoninproduktion im Körper und lässt uns schlechter einschlafen und durchschlafen. Zu viel Licht in der Nacht ist also nicht gesund. Hinzu kommt, dass die Folgen sogar noch ernster sein könnten, als bisher angenommen. Tierversuche weisen darauf hin, dass sich Dauerlicht in der Nacht besonders negativ auf Skelett und Muskeln auswirkt (für uns Menschen konnte dieser Zusammenhang allerdings bisher noch nicht nachgewiesen werden). Am besten und gesündesten schläft es sich also wie zu Zeiten unserer frühesten Vorfahren, bei stockfinsterer Nacht.

Klar, die Uhr zurückdrehen kann niemand. Technologien entwickeln sich weiter, unser Leben wird zunehmend digitaler, lauter und heller. Der Sommer und seine hellen Nächte haben wohl den geringsten Anteil daran, dass es unserer inneren Uhr immer schwerer gemacht wird, den Takt zu halten. Umso wichtiger ist es, dass wir sie dabei unterstützen, indem wir nachts alle Lichter ausschalten, dem Tablet Schlafzimmerverbot erteilen, die Vorhänge zuziehen und zu vernünftigen Uhrzeiten zu Bett gehen.

Bildnachweis: © swkunst/iStock

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